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1. Kunst- und Kulturmeile | Schuhmann
Stadtbild |
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Ein Anfang „City Kontraste“
Nach
sechs Stunden Kunst- und Kulturmeile in der Hauptstraße zog Sven
Fischer, Vorsitzender des Fördervereins Stadtmanagement Zwickau e.V.,
am 11. Juni 2005 ein positives Resümee: „Unser Ziel war es, Leute in
die Straße zu ziehen. Das ist uns gelungen. Die Frequenz stimmt.“ Die
Idee, mit Kunst- und Kultur die Innenstadt zu beleben, ist also
aufgegangen. Neben Konzerten von Nachwuchsbands, Kabarett- und
Theateraufführungen gehörten Ausstellungen von Bildern und Skulpturen
in leer stehenden und genutzten Läden zum vielseitigen Angebot.
Zwar gab es zwischen Schumannplatz und Kepplerstraße noch einige leere
Stellen, die sich durchaus mit Aktionen hätten füllen lassen, doch für
die erste Auflage zog auch Petra Küster ein positives Fazit. Die
Vorsitzende des Jugendkunstvereins Kontraste e.V. hatte die Idee für
das Projekt und hielt seit Wochen ehrenamtlich hinter den Kulissen die
Fäden in der Hand.
„Es war nie geplant, daß wir Künstler überreden, mitzumachen. Wer sich
beteiligen wollte, um zu zeigen, was Kunst kann, der hat einen Platz
bekommen“, sagte Petra Küster. Auf der anderen Seite könne ein kleiner
Verein mit einer handvoll Enthusiasten nicht das leisten, was eine
professionelle Veranstaltungsagentur schafft. „Die Jugendlichen waren
auf jeden Fall froh, daß sie sich präsentieren konnten. Auch von
vielen Einzelhändlern habe ich positive Rückmeldungen bekommen“, so
Petra Küster.
Mit insgesamt 15 Künstlern reisten die „Künstlergruppe Petersburg am
Scheibenberg“ und der „Kunstverein Eigenart Aue“ an, um die Freifläche
an der Kepplerstraße in eine große Freiluftgalerie zu verwandeln. „Wir
betreiben eine Galerie in Aue und wollten hier einmal ein anderes
Publikum ansprechen“, erklärte Vereinsmitglied Antje Henkel. Ebenfalls
stark vertreten war der Alte Gasometer, dessen Trommelrhythmen,
orientalische Klänge und Rockmusik die Besucher magisch anzogen. „Für
den Alten Gasometer ging das Konzept der ersten Zwickauer Kunst- und
Kulturmeile auf“, so Jugendbereichsleiter Mario Zenner.
Zufriedene Gesichter machten die „Aufbauostarchitekten“. Das junge
Planungsbüro warf in den Räumen einer ehemaligen Fleischerei in der
Hauptstraße 40 einen kritischen Blick auf Sanierungen und Rückbau in
Zwickau. „Wir hatten Vertreter einer Wohnungsbaugenossenschaft aus
Plauen hier, die unsere Ideen aufgegriffen und mit uns diskutiert
haben“, erzählte Michael Uhlig. Auch Architekten aus der Stadt
schauten sich an, was sich die Jungen unter dem Titel „Alles ist schön
– Ästhetik einer Schrumpfstadt“ so vorstellten.
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Schuhmann Stadtbild |
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09.09. 2005
Robert
und Clara Schumann ein monumentales Bildnis –
als Kunstinstallation im Zentrum der Zwickauer Innenstadt
Die Idee zu diesem Projekt
entstand bereits im September 2004.
Zu der feierlichen Übergabe eines der größten Graffiti- Konzeptbilder
Deutschlands, dass wir in Zusammenarbeit mit der Zwickauer
Energieversorgung ausgeführt haben, war auch unter anderem
Bundestagsabgeordneter Andreas Weigel anwesend. Das Ergebnis unserer
Arbeit zum Automobiljubiläum war Anlass für Herrn Weigel, mit uns
Kontakt aufzunehmen.
Für uns war dies eine besondere Würdigung unserer Arbeit, gerade da das
Thema Graffiti nicht nur positiv angesprochen wird und die Unterstützung
zur Präventionsarbeit in diesem Bereich keine wesentliche Rolle spielt.
Zu diesem Gespräch kam die Frage auf, ob wir uns vorstellen könnten, die
Fassade der ehemaligen "Central - Halle" direkt gegenüber des Robert
Schumann Hauses ebenso kunstvoll zu gestalten. Die Chance ein Gebäude,
das als einziges in diesem Hauptmarktbereich noch nicht saniert ist und
noch dazu mitten im Zentrum unserer Stadt liegt, künstlerisch zu
gestalten, wollten wir natürlich gern wahrnehmen. Schließlich sollen
noch viele Besucher nach Zwickau kommen und eine attraktive Innenstadt
vorfinden, die sehenswert ist und vielleicht auch etwas einmaliges
besitzt. Die jungen Künstler Swen Gerisch und Heiko Rank waren ebenfalls
sofort begeistert von der Idee und entwickelten Entwürfe für die
Fassadengestaltung in unterschiedlicher Richtung.
Es war uns dabei aber besonders wichtig, dass sich das Motiv gut in das
Stadtbild integriert und sich nicht auffällig vom übrigen Stadtkern
abhebt.
Was lag also näher, als sich von dem gegenüber liegenden Robert Schumann
Haus bei der Auswahl des Motivs leiten zu lassen und Robert Schumann als
Komponist und Persönlichkeit, der in Zwickau geboren ist, auch für
Jugendliche interessanter darzustellen. Gleichzeitig berücksichtigten
wir dabei den Wunsch, Besucher des Robert Schumann Hauses bei einem
Verlassen desselben eine schönere Ansicht auf die ehemalige Centralhalle
zu bieten und hier vielleicht sogar noch den bleibenden Eindruck ihres
Rundganges zu verstärken. Drei verschiedene Entwürfe zu Robert Schumann
wurden bis November 2004 durch die jungen Künstler entwickelt und dem
Bundestagsabgeordneten Andreas Weigel vorgelegt.
Ganz stolz präsentierten wir mit ihm gemeinsam die Entwürfe der Stadt
Zwickau und stellten fest, dass die Durchführung des Projektes nicht
einfach werden würde, da das Gebäude denkmalgeschützt ist. Es galt somit
viele Hürden zu nehmen, die wir allein nicht hätten durchstehen können.
Eine die stets komplizierter werdenden Auflagen der unteren
Denkmalschutzbehörde legte fest, dass wir nicht direkt auf der Fassade
arbeiten dürfen. So galt es eine andere Variante zu finden, wie die
Umsetzung doch noch erfolgreich durchgeführt werden könnte, aber auch
langfristig wind- und wetterbeständig fest installiert werden kann und
dem Denkmalschutz gerecht wird.
Nach Überprüfung verschiedener Untergründe für die Arbeiten, entschieden
wir uns das Originalbild in einem zukünftigen Tagungsraum im VW - Werk
Mosel, einem unserer Sponsoren und damit an einer nicht für jeden
einsehbaren Stelle Mittels Graffiti zu sprühen und im Anschluß
fototechnisch auf ein Format von 10 x 15 m vergrößert auf ein
Trägermaterial aus Kunststoff zu übertragen.
Die Tageszeitung Freie Presse begleitete den Fortgang unseres Bemühens
und stellte ebenso die verschiedenen Entwürfe den Lesern vor.
Unterschiedliche Meinungen zum Thema - Graffiti in der Innenstadt und
dann noch in Zusammenhang mit einer historischen Persönlichkeit - waren
oft im Gespräch und hier gab es sehr geteilte Stellungnahmen.
Aber durch dieses Projekt wollten wir beweisen, dass sich junge Künstler
sehr wohl mit Geschichte und Heimat, neue Kunstart und historische
Kunstgeschichte sowie Mitgestaltung einer Innenstadt auseinandersetzen
können und auch wollen. Gibt man ihnen die Gelegenheit sich mit ihren
eigenen Mitteln kreativ zu äußern, kann man ihnen nicht nur selbst die
Geschichte einer Stadt nahe bringen, sondern auch anderen Jugendlichen
Informationen zur Stadtgeschichte auf neue und moderne Art vermitteln.
Die beiden jungen Künstler setzten sich somit das erste Mal mit der
Lebensgeschichte von Robert Schumann auseinander und besuchten sein
Geburtshaus. Dabei fotografierten sie unter anderem das Piano, auf dem
Robert Schumann einst spielte. Ihren Entwurf überarbeiteten sie
daraufhin nochmals und es entstand das Motiv, was nun weit über den
Marktplatz in Zwickau zu sehen ist.
In diesem Sinne und der Würdigung von Robert und Clara Schumann sind
diese auf dem Motiv vor dem Hintergrund einer Partitur Schumanns ebenso
zu sehen, wie Robert Schumanns Piano, dass direkt gegenüber in seinem
Geburtshaus zu besichtigen ist
Finanziert wurde dieses Projekt ausschließlich über Sponsoren aus der
Stadt Zwickau.
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